01. Mai 2026

Markus Gericke: «Unternehmer brauchen Mut, sich gegen EU-Verträge auszusprechen»

Gericke-Maschinen fördern, dosieren und mischen Produkte von Topmarken in aller Welt – seit über 130 Jahren. Nicht erstaunlich, wurde Konzernchef Markus Gericke zum «EY Entrepreneur of the Year 2021» ausgezeichnet. Erstaunlich ist hingegen, wie er die Wettbewerbsposition der Schweiz in der «Weltwoche» analysiert. Hier sind seine wichtigsten Aussagen:

1.      Lieferkettengesetz & Co.: «In der EU ist die bürokratische Last enorm», sagt Gericke. In Europa finde bezüglich Lieferketten eine «Beweislast-Umkehr» statt. Gericke: «Ein Firmenchef ist schuldig – bis er das Gegenteil beweist. Dieser Spirit gegen Unternehmer ist schädlich und wird sich negativ auswirken für die gesamte Bevölkerung in Europa.» 

2.      Rahmenverträge mit der EU: «Das endet in Mittelmässigkeit», befürchtet Gericke: «Die EU ist eine wenig handlungsfähige Organisation mit einer Kommission, welche fast nur über Regulierungen steuern kann. Und die Schweiz soll für diese EU die direkte Demokratie aufs Spiel setzen?» Die Rahmenverträge schadeten der Schweiz langfristig. 

3.      Wirtschaftsplatz Schweiz: «Die Schweiz profitiert von liberalen Arbeitsgesetzen, die mit den neuen Verträgen gefährdet sind», sagt Gericke. Er erlebe etwa in Deutschland selbst, wie das Arbeitsrecht «derart starr und bürokratisch» sei, dass es kaum Firmen anziehe. «Die Europäische Union hat ein Interesse, mit der Schweiz Handel zu treiben. Wir gehören zu den zuverlässigsten Partnern weltweit.» 

4.      Märkte der Zukunft: Künftiges Wachstum sieht Gericke vor allem in Indien, Afrika und dem Mittleren Osten. In Asien belächle man die EU und meine, dass sie durch ihre sozialistische Politik keine Innovationen mehr zustande bringe. 

5.      Mainstream ohne Mut: Wirtschaftsverbände wie Swissmem und economiesuisse verschweigen laut Gericke die staatspolitischen Nachteile der Rahmenverträge. Er sieht dort «eine gewisse Eigendynamik, eine Art Mainstream-Meinung, die zu wenig hinterfragt wird». Es brauche Mut, sich gegen die Verträge auszusprechen. 

6.      Staatswachstum: «Die EU-Kommission und die Regierungen haben den Drang, dem Bürger vorzuschreiben, was er darf und was nicht.» Für Gericke ist das ein Irrweg: Das Wachstum der Behörden müsse auch in der Schweiz gestoppt werden – nicht zuletzt, weil sonst der Privatwirtschaft Personal entzogen werde.